Altersarmut beginnt nicht mit 65 – sondern mit dem Aufschieben
- Ruth Sarbach
- vor 14 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 12 Minuten
Wenn von Altersarmut die Rede ist, denken viele an die Pensionierung. An einen Zeitpunkt irgendwo in der Zukunft. Doch die Realität sieht anders aus: Altersarmut entsteht oft viel früher. Nicht durch eine einzige falsche Entscheidung, sondern durch viele kleine Entscheidungen, die nie getroffen wurden.
In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, dass Frauen ihre Finanzen grundsätzlich im Griff haben. Sie sparen, arbeiten, kümmern sich um ihre Familie und organisieren den Alltag. Trotzdem beschäftigen sie sich oft erst spät mit ihrer Vorsorge. Nicht aus Desinteresse, sondern weil andere Themen zunächst wichtiger erscheinen.
Genau deshalb möchte ich dir fünf Gedanken mitgeben, die einen grossen Unterschied für deine finanzielle Zukunft machen können.
1. Nimm deine Vorsorge selbst in die Hand
Viele Frauen verlassen sich auf ihren Arbeitgeber, ihren Partner oder darauf, dass später schon genügend Geld vorhanden sein wird. Doch deine finanzielle Zukunft verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie alle anderen wichtigen Lebensbereiche.
Selbst wenn du verheiratet bist oder gemeinsam finanzielle Entscheidungen triffst, solltest du jederzeit verstehen, wie deine persönliche Vorsorgesituation aussieht. Finanzielle Unabhängigkeit beginnt mit Wissen.
2. Verschaffe dir einen Überblick über deine Situation
Eine der häufigsten Aussagen, die ich höre, lautet: «Eigentlich weiss ich gar nicht genau, wie meine Vorsorge aussieht.». Und genau dort beginnt die Unsicherheit.
Wie hoch ist dein Pensionskassenguthaben? Hast du eine Säule 3a? Welche Leistungen kannst du im Alter erwarten? Wo könnten Vorsorgelücken entstehen?
Wer seine Ausgangslage kennt, kann bessere Entscheidungen treffen. Deshalb lohnt es sich, die eigene Situation regelmässig zu überprüfen und nicht erst kurz vor der Pensionierung.
3. Setze dir konkrete Sparziele
Viele Menschen sparen einfach «für später». Doch je klarer dein Ziel ist, desto einfacher fällt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Möchtest du im Alter finanziell unabhängig sein? Möchtest du früher in Pension gehen oder dir mehr Freiheiten ermöglichen? Vielleicht möchtest du einfach das gute Gefühl haben, abgesichert zu sein.
Ein konkretes Ziel gibt deiner Vorsorge eine Richtung und macht Fortschritte sichtbar.
4. Schliesse Vorsorgelücken frühzeitig
Teilzeitarbeit, Familienpausen oder Erwerbsunterbrüche gehören für viele Frauen zum Lebensweg. Gleichzeitig sind genau diese Phasen oft der Grund für spätere Vorsorgelücken.
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas dagegen tun.
Die Säule 3a gehört zu den wirksamsten Instrumenten, um zusätzliches Vorsorgekapital aufzubauen und gleichzeitig Steuern zu sparen. Je früher du damit beginnst und je konsequenter du sie nutzt, desto grösser kann der Effekt über die Jahre sein.
5. Plane deine Pensionierung früher als du denkst
Viele Menschen beginnen erst fünf oder zehn Jahre vor der Pensionierung mit der Planung. Dabei werden wichtige Entscheidungen oft Jahrzehnte vorher getroffen.
Wer früh plant, hat mehr Möglichkeiten. Sei es bei Einkäufen in die Pensionskasse, beim Vermögensaufbau oder bei der Gestaltung des späteren Kapitalbezugs.
Eine gute Pensionierungsplanung bedeutet nicht, dass du heute schon alles festlegen musst. Sie bedeutet, dass du dir Optionen offenhältst.
Mein persönlicher Gedanke zur Altersarmut
Altersarmut beginnt selten mit der Pensionierung. Sie beginnt oft mit dem Gedanken: «Darum kümmere ich mich später.»
Die gute Nachricht ist: Du musst nicht alles sofort wissen oder perfekt machen. Aber du solltest anfangen, dich mit deiner finanziellen Zukunft auseinanderzusetzen.
Als Finanzcoachin begleite ich Frauen dabei, ihre Vorsorge verständlich und selbstbestimmt anzugehen. Gemeinsam schauen wir, wo du heute stehst, welche Lücken bestehen und welche Möglichkeiten du hast, deine finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten.
Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch und finde heraus, wie du deine finanzielle Zukunft aktiv gestalten kannst.
